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Mehr als 10.000 Menschen haben uns gesagt, was sie sich von Medien wünschen. Wow, vielen Dank!

Weit abgeschlagen unter den Antworten: „schnelle News-Updates”. Trotzdem starte ich mit zwei kurzen Neuigkeiten. Immerhin sind es gute Nachrichten, von denen ihr euch mehr gewünscht habt:

  1. Bojan ist Papa geworden und verbringt Zeit mit seiner Familie ❤

  2. Vergangene Woche haben wir unsere Deutschlandreise auf dem b°future-Festival in Bonn begonnen. Wir hatten tolle Tage, großartige Gespräche und viel Spaß bei unserer Live-Show.

Und damit zu euren Antworten. Denn bei tbd geht es nicht um uns, sondern um euch. Wir möchten ein Medium mit und für euch bauen. Das geht nur, wenn ihr eure Meinung mit einbringt.

Zu unserem großen Glück haben das – Stand Mittwochabend, 20:30 Uhr – 10.472 Menschen getan, indem sie unsere Umfrage ausgefüllt haben. Die Antworten sind nicht repräsentativ, aber aufschlussreich. Ich möchte euch einen Überblick der Ergebnisse geben und dann erklären, wie wir in den kommenden Monaten darauf eingehen werden.

Das Ergebnis überrascht mich nicht. Ich hätte selbst mit 4 geantwortet, obwohl ich Journalist bin und Medien oft gegen pauschale Kritik verteidige.

Trotzdem glaube ich, dass einige Dinge schief laufen. Das sehen offenbar viele Menschen ähnlich. Wir können es kaum erwarten, Journalismus mit eurer Hilfe neu zu denken.

Aus diesen Antworten nehmen wir einen eindeutigen Auftrag mit: Wir müssen Lautstärke durch Substanz ersetzen.

Reißerische Überschriften animieren Menschen zum Klicken, schrecken aber auch viele ab. Das produziert kurzfristig Reichweite und zerstört langfristig Vertrauen. Deine Aufmerksamkeit verdient Wertschätzung. Wir möchten dir nicht mehr versprechen, als der Inhalt einlösen kann.

Ich habe bei der SZ live über den Wahlsieg von Donald Trump 2016 berichtet und am Newsdesk der Zeit Eilmeldungen an Millionen Smartphones verschickt. Seitdem weiß ich, dass es einen Markt für Liveticker und Breaking News gibt. Ich weiß aber auch: Wir sollten uns davon fernhalten.

Das passt zu unseren eigenen Überzeugungen und den Rückmeldungen aus den Hunderten persönlichen Gesprächen, die wir im Frühjahr und Sommer geführt haben. Ihr wünscht euch nicht Tempo, sondern Tiefe.

Am Tag vor unserem Launch wollte ich die letzte Frage streichen: „Möchtest du uns noch etwas sagen?“ Ich dachte, dass niemand ein leeres Textfeld ausfüllt. Mein dänischer Kollege Jakob sagte nur: Warte ab.

Ich bin froh, dass ich auf ihn gehört habe. Mehr als 4000 Menschen haben uns Kommentare hinterlassen. Insgesamt stehen nach drei Wochen rund 500.000 Zeichen in dem Textfeld – das entspricht einem Roman mit rund 300 Seiten.

Wir haben die Antworten mithilfe eines KI-Modells (Claude Opus 5.5) klassifiziert und ausgewertet. Bei einer Stichprobe aus 200 Kommentaren habe ich die Zuordnung manuell überprüft. 197 hätte ich genauso eingeordnet.

Rund die Hälfte der Kommentare enthält Grüße und Zuspruch wie „Viel Erfolg, ich freue mich drauf!“. Knapp 2000 Menschen haben Ideen, Wünsche und Kritik geäußert. Bis Ende des Jahres werden wir uns in diesem Newsletter im Detail mit den inhaltlichen Punkten beschäftigen, die ihr genannt habt.

Ich möchte kommende Woche mit einem Begriff beginnen, der in Hunderten Antworten auftaucht:

  • Berichterstattung sollte politisch neutral, wertfrei und menschenwürdig sein.

  • Mir ist Neutralität bei Nachrichten sehr wichtig.

  • Ich wünsche mir Journalismus, der neutral berichtet und Zusammenhänge erklärt, damit der Lesende sich selbst eine Meinung bilden kann.

  • Ich bin gespannt, ob ihr ein neutrales und kritisches Medium ohne politische Schlagseite schaffen könnt.

  • Ich hoffe inständig, dass ihr wirklich neutral seid und es nicht auf eine Berichterstattung wie auf Truth Social hinausläuft.

In der Medienbranche gibt es viele und starke Meinungen zum Konzept der Neutralität. Mich interessiert aber weniger, was meine Kolleginnen und Kollegen denken. Ich möchte wissen, was du denkst.

Deshalb haben wir eine kurze Umfrage gebaut. Sie besteht aus zwei Fragen und hilft mir zu verstehen, was ihr euch von uns wünscht: