
Vor einer Woche blickten mir auf meinem Bildschirm drei Gesichter entgegen, gezeichnet von Nervosität, Vorfreude und vor allem Müdigkeit. Hinter Ann-Kathrin, Bojan, Moritz und mir lag ein langer Tag, vor uns lagen eine kurze Nacht und große Ungewissheit.
Als wir uns nach Mitternacht ein letztes Mal zusammentelefonierten, wussten wir nicht, was uns am nächsten Morgen erwartete. Würde sich jemand dafür interessieren, was wir monatelang vorbereitet hatten? Vier Medienmenschen wollen etwas gründen – na und?
Was seitdem geschah, hat uns überwältigt. Vor unserem Launch hatten wir Szenarien entworfen: realistische und utopische. Die Realität hat selbst unsere Utopie übertroffen.
Nach nur einer Woche verfolgen mehr als 7000 Menschen unsere Reise auf Instagram. Rund 5000 Personen haben unsere Umfrage ausgefüllt. Immer wieder haben wir uns ungläubig zugerufen: 1000! 2000! 5000!
Vielen Dank für dein Interesse – das macht uns Mut!

Glückliche Gründerinnen und Gründer mit coolen Caps
Doch ich schreibe seit 15 Jahren über Social Media und habe dabei eines gelernt: Wir sollten Reichweite nicht mit Relevanz verwechseln. Tech-Konzerne wollen uns weismachen, dass sich alles um Likes, Shares und Engagement dreht. Mehr Follower, mehr Views, mehr Aufmerksamkeit! Wer nicht wächst, verliert.
Ich glaube, dass Medien einen Fehler machen, wenn sie sich dieser Logik unterwerfen. Natürlich freuen wir uns, dass wir viele Menschen erreichen und vielfältige Meinungen einsammeln. Aber wir sollten nicht allein auf Zahlen schauen – viel wichtiger sind die Beziehungen, die wir aufbauen.
Vor ein paar Tagen verzweifelte ich an unserer Technik und meiner Todo-Liste. Um den Kopf frei zu bekommen, radelte ich auf meinem Indoor-Trainer. Dabei las ich Nachrichten, Kommentare und E-Mails, die uns auf Instagram, Facebook und über unsere Umfrage erreicht hatten.
Eine halbe Stunde später stieg ich glücklich vom Rad. Das lag nicht am Sport, sondern an den herzerwärmenden Rückmeldungen. Ich hätte nie gedacht, dass uns Hunderte Menschen ihre Zeit und Aufmerksamkeit schenken, um uns Mut zu machen, Ideen mitzuteilen oder konstruktive Kritik zu äußern. Das tut so gut!
Wir lesen jede einzelne Nachricht und versuchen, alle zu beantworten. In den kommenden Wochen werden wir das Feedback systematisch auswerten. Davor zeigen wir dir ausgewählte Nachrichten – lobende, aber auch skeptische. Auf die Fragen und Zweifel werden wir in einem späteren Newsletter detaillierter eingehen.
Du möchtest uns auch etwas mitteilen? Dann schreib uns einfach eine Mail. Dir fällt eine Person ein, die uns unbedingt Feedback geben sollte? Dann freuen wir uns, wenn du diese Nachricht weiterleitest oder auf unsere kurze Umfrage verweist.
Ich finde es toll, was ihr vorhabt, und wünsche euch viel Erfolg und Unterstützung für euer Projekt. So einen unabhängigen Journalismus braucht unser Land. Ich hoffe, dass es euch gelingt, sachlich und fair zu berichten.
Ein neues Medium? Toll, begrüßenswert. Aber mir stellt sich sofort die Frage, ob ihr wirklich ein Medium für alle sein wollt. Ich bin 77 Jahre alt und wie viele meiner Generation ziemlich verstört und empört über die Lage in unserem Land. Aber ich laufe nicht mit Ohrstöpseln im Ohr durch die Stadt, um Podcasts zu hören. Ich ahne, dass die sogenannten „Wertkonservativen“ bei euch ziemlich unterrepräsentiert sein werden. Deshalb bitte: Überflutet uns nicht mit Podcasts zu allem und jedem. Ich wünsche mir weniger Themen, dafür sauber und umfassend recherchiert und bei der Themenauswahl alle Generationen berücksichtigend.
Für Eure Gespräche mit Menschen in ganz Deutschland wünsche ich Euch, dass Ihr aus der eigenen kulturellen Blase herauskommt. Fragt nicht nur die üblichen Kontakte und verlasst auch einmal die sozialen Medien. Fünfzig persönliche Gespräche mit Menschen, die medienfern sind, können mehr Erkenntnis bringen als zehntausend Reaktionen auf Facebook.
Ich gehöre der Boomer-Generation an. Möchte aber bitte mehr Berichterstattung darüber, was heutige Entscheidungen für junge Menschen bedeuten. Die gehen in der Berichterstattung unter.
Ihr behauptet, dass andere Medien alles falsch machen, aber sagt gar nicht, was ihr anders machen wollt. Da bin ich gespannt, was kommt. Trotzdem alles Gute!
Ich muss harte und direkte Kritik loswerden, weil ich das Projekt wirklich spannend finde und mir wünsche, dass es gelingt. Aber tbd geht echt nicht. Niemandem unter 30 sagt das als Abkürzung was, „to be discussed“ oder „to be decided“ etc. ist Business- und/oder Marketing-Sprech. Aber ihr wollt doch junge Leute aller Art ansprechen!? Außerdem: tbc, rnd, cbd … tbd ist absolut nichtssagend. Ihr werdet von dem Namen nicht mehr wegkommen, fürchte ich. Dabei ist die Marke so wichtig, gerade am Anfang. Da wäre eine weitere Kreativrunde gut gewesen. Sehr schade.
Ihr seid mutig – das wird immer (!) belohnt! Haut rein, ich glaube an Euch – Juhuu, Aufbruch!
